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45 Die IDZ Kampfmittelweste ergänzt die Ballisti-schen- Schutzwesten der Bundeswehr. Während man in den 90ern noch dachte man könnte Kampfmittelwesten mit Ballistischen Schutzwesten kombinieren, kam man über gewonnene Einsatzerfahrung schnell wieder davon ab. Der Grund dafür ist, dass es Situ-ationen geben kann, in denen es nicht immer sinnvoll ist eine schwere Schutzweste zu tra-gen, man aber die Ausrüstung, Magazinta-schen etc. dennoch benötigt. Dies erkannte man auch bei Entwicklung der IDZ (Infanterist der Zukunft) Ausrüstung, aus welcher die hier gezeigte Weste hervorging. Basierend auf der KSK-Kampfmittelweste der Jahrtausendwende, entwickelte man daraus eine Kampfmittelweste mit den IDZ Schlaufen, welche aktuell das alte „Klicksystem“ des Kop-peltragesystems 95 ersetzen. Das neue IDZ Schlaufensystem soll hierbei für mehr Individualisierung bei der Auswahl der geführten Taschen des Soldaten bieten. Man erkannte also, dass ein MG-Schütze andere Magazintaschen benötigt als z.B. ein G-36 Schütze usw.. Die Anbringung dieser Schlaufen auf den Wes-tenkörpern ist derzeit militärischer Trend. Im Regelfall greifen die meisten Nationen dabei auf das US-MOLLE System zurück - Die Bun-deswehr hielt sich aber für schlauer und setzte auf das eigene Pferd. Zwar ist das IDZ Schlau-fensystem auch meist mit MOLLE kompatibel, aber der Sinn dafür erschließt sich nur schwer. Dennoch schlägt die Weste noch die Brücke zu dem alten BW Tragesystem und hat in der Innenseite des Hüftbereichs noch ausklapp-bare Panelen des Systems 95 zur Anbringung von z.B. ABC-Schutzmaskentaschen. Wie auch immer, es ist wie es ist, also schauen wir was die Weste kann. Auffällig ist anfänglich das störrische Verhalten der Kampfmittelweste. Durch die senk- und waagerecht aufgenähten Schlaufen ist sie im Gesamtverhalten steifer als man es von Kampfmittelwesten sonst gewöhnt ist. Über die Verarbeitung jedoch kann man kein schlechtes Wort verlieren, denn diese ist her-vorragend und auch die verwendeten Materi-alien stehen dieser Aussage um nichts nach. Bundeswehrtypische Eigenschaften wie der im Rückenbereich eingenähte, sehr Robuste Notgriff bieten Vorteile, welche andere Westen nicht bieten. Hier kann jeder Träger der Weste zuverlässig weggezogen werden, selbst wenn sich etwas verhaken sollte, der Griff würde selbst unter größter körperlicher Gewalteinwirkung nicht reißen. Die Weste kann durch die vorhandenen Gurte optimal an jeden Soldaten angepasst werden - und über Klickverschlüsse auch in jeder denk-baren Lage wieder ausgezogen werden. Der Vorderteil der Weste kann auf zwei ver-schiedene Arten geschlossen werden. Entwe-der über den Reißverschluss der beiden Front-teile oder über 3 Klickverschlüsse dahinter. Dies bietet den Vorteil, dass man die Weste so einstellen kann, dass sie ohne Umstellen mit einer den Umfang erweiternden Schutzweste passt aber auch ohne. Anhand des Grundmaterials aus Netzstoff ist die Weste sehr Atmungsaktiv. Wie schon bei der alten KSK-Weste, hat auch die IDZ Kampf-mittelweste große mit Reißverschluss ver-schließbare Taschen im Bauchbereich. Der Rücken kann zur Unterbringung einer Ca-melbak- Blase verwendet werden, da hier eine zuklettbare Tasche über den gesamten Rü-ckenbereich aufgenäht wurde. Insgesamt eine solide Infanterieweste mit vie-len Möglichkeiten - aber man muss sie mögen.


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