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39 Die Mehler ST ist die Standardweste der Bundeswehr im Einsatz. Als die Bundeswehr Anfang der 90er Jahre verstärkt in Krisenge-bieten wie Somalia oder auf dem Balkan zum Einsatz kam, benötigte man einen Schutz ge-gen Langwaffen. Eilig wurden hierbei von der Firma „Bristol Ar-mour“ Schutzwesten beschafft. Innerhalb der Erstbeschaffung wurde die Weste in Nieder-ländischem DPM getragen, doch es war klar, dass eine eigene Schutzweste her musste. Auf Basis der Bristol DPM Weste entickelte man schließlich die Schutzweste Standard, welche die Bristol im Rahmen des KFOR Ein-satzes zusehends ablöste. Optisch und vom Schnitt sehr eng an der Bris-tol DPM Weste, unterscheidet sich die Stan-dard in einigen Punkten. Die Ballistische Schutzweste wurde in 3FT und 5FT gefertigt und für die Ansprüche der Bun-deswehr modifiziert. So sind im Brustbereich drei G36 Magazintaschen angebracht, welche bei Nichtgebrauch platzsparend zusammen-geklettet werden können. An der Hüfte der Weste befinden sich Auf-nahmepunkte für BW-Taschen des Systems 95 (Lochkoppelsystem). Ebenfalls findet man diese Aufnahmepunkte im vorderen Schulter-bereich. Der Rückenbereich weist eine große Tasche auf zur Mehrzweckanwendung (Welche im Re-gelfall nie angewendet wird) sowie zwei Gurte, mit denen man zusätzlich Material auf dem Rücken verzurren kann. Die Schutzweste hat verschiedene Hersteller wie Mehler oder Fecsa. In der Weste befinden sich softballistische Einlagen der Schutzklasse 1 (SK1 = Schutz vor Kurzwaffenmunition mit Weichkern und Rundkopf oder Teilmantel be-ziehungsweise Hohlspitze). Diese Einlagen sind mehrteilig und befinden sich durchgehend in der Schutzwestenhülle (vorne & hinten) sowie dem Kragen und Tief-schutz. Um auch gegen Langwaffen geschützt zu sein und nicht nur gegen Kurzwaffen mit Zivilmuni-tion, erhöhte man wie schon bei der Bristol den Schutz durch die Integration von SK4 Platten im Brust, Rücken und Genitalbereich. Somit sind die Soldaten zumindest bei Frontalbe-schuss durch Hartkern & Vollmantelgeschos-sen aus Langwaffen geschützt. Insgesamt eine gute Weste welche jedoch wie alle aktuellen Schutzwesten eine Alternative aus Gewicht und Schutzwirkung darstellt. Ein erweiterter Schutz des Hüft- und Achselbe-reichs wäre nach Auswertung der Schussver-letzungen diverser Nato-Partern im IRAK und Afghanistan schon in der laufenden Fertigung wünschenswert gewesen. Die Schutzweste Standard wird derzeit durch neue IDZ Modelle ergänzt.


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