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Glaubenskrieg führen ist ebenfalls unrichtig. Viele Afghanen sind über-zeugte Gegner der ISAF und des Westens. Man sieht die Soldaten als Invasoren und den Versuch Ungläubiger das Land zu besetzen. Zwar ist man mit Vielem was die Taliban durchsetzen wollen uneins, jedoch ist man ihnen vom Glauben, der Grundhaltung und dem Kulturver-ständnis deutlich näher als es die ISAF je sein könnte. Kriegführung Der wichtigste Faktor dafür, dass viele Afghanen den Kampf ge-gen die ISAF aufnehmen ist aber viel banaler als Kultur und Re-ligionsfaktoren – es ist schlichtweg das Geld. Täglich um das Überleben kämpfend, kommt es der verarmten afghanischen Bevölkerung gerade recht, dass die Taliban und ihre wohlha-benden Förderer aus der arabischen Welt Kopfgeld für ISAF Soldaten aussetzen. Die von der ISAF erbrachten Leistungen wie der Bau von Schulen etc. werden zwar dankend angenommen, doch unter dem Strich interessiert es den Afghanen nicht wie gebildet sein Nachwuchs ist, sondern ob er fähig ist bei der Ernte zu helfen und Geld für die Familie einzuholen. Sollte man sich fragen, weshalb es in Afghanistan so viele Bombenanschläge gibt, so liegt dies nahezu immer daran, dass jede IED für den Bombenleger verhältnismäßig viel Geld bedeutet. Für den Afghanischen Bauer heißt das nichts an-deres, Ausrüstung Kopfbereich: Sprunggefechtshelm, LUCIE Halter- ung, Wiley-X Brille, Shemag Oberkörper: 3FT HCS, CIRAS Weste, Rothco Rucksack, BW Handschuhe Beinbereich: 3FT KSK Hose, Maindl Desert Fox, Rothco Holster, Alta Knieschoner Waffe: AG36, P8 19 dass er aus ein paar Cent für Ammonium-nitrat aus seinem Düngemittel, etwas Diesel, ei-ner Batterie, einem Wasserkanister und ein paar Drähten mehrere Monatsgehälter generieren kann. Dem kann die ISAF nichts entgegen halten, denn nur wenig Afghanen sind bereit in den kleinen Dorfgemeinschaften ihre Familie oder Nachbarn an ungläubige Fremde zu verraten – oder die Konsequenzen dafür durch die Taliban zu riskieren.


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