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Täglich reichten wir einige Male unsere Bewaffnung über die Lobbytheke Für klaustrophobische Besucher gab es besondere Zeiten, bei aus Marmor. Fleißige Hotelangestellte liefen dann, in jeder Hand eine denen sie beinahe allein über die große Anlage laufen konnten. P90, zum Kofferraum des Maritim Hotels. Welcher Airsoftspieler läuft in War die Lobby eben noch voller fotografierender Menschen, po- vollem Marschgepäck durch einen Flughafen? sierenden Aliens und hüpfenden Astronauten, ist sie nun wie aus- gestorben. Kaum jemand ist zu sehen, es ist still wie auf einem Der, der weiß, dass ihn in diesem Aufzug eh niemand beachtet, da Klin- Friedhof - William Shatner hat seinen Auftritt. Da der große Saal gonen an der Supermarktschlange, Sturmtruppen im McDonalds und ein „nur“ Platz für ein paar tausend Besucher bietet, wird der Auftritt auf per Anhalter fahrendes Alien aus dem gleichnamigen Film alle Blicke auf einer Leinwand im Nachbarsaal parallel ausgestrahlt. sich ziehen. Beide Säle platzen aus den Nähten. An den Mikrofonen, ein Panel ist eine Veranstaltung, die sich dadurch auszeichnet, dass Fans ihren Ido- len öffentlich Fragen stellen , sind lange Schlangen. „Im Film Fanboys spielen Sie sich selbst, wie kam es dazu?“, will ein Fan wissen. „Naja, im Drehbuch stand, dass ich persönlich den drei Fans helfen soll, auf George Lucas´Anwesen zu gelangen. Das bedeute für mich eine sehr gute Verhandlungsposition, denn nur William Shatner kann William Shat- ner spielen“, antwortete sogleich der erste Captain der Enterprise. Auch andere Schauspieler zogen eine gelungene Show ab. Jonathan Frakes beantwortete keine Frage wahrheitsgemäß, erfand zu jeder von Fans mühsam ausgedachten Frage eine kleine Geschichte („William, könntest du bitte meine Brüste befühlen, ob sie echt sind?“ in einer Badewannen- szene in Star Trek) und lief zwischen den Sitzreihen herum und flirtete gespielt mit weiblichen Fans. Auch die Vorträge zu verschiedenen Themen waren interessant. So er- fuhren wir wie sich die Darstellung des Weltunterganges in Hollywood Filmen im Laufe der Jahrzehnte verändert hat und wie unwirklich der My- thos einer Nazi-Basis in der Antarktis tatsächlich ist. Das war die Fedcon 21. Vier Tage lang Stars treffen, nerdige Gespräche Um interessant zu werden, gibt es einen Trick: Man stellt sich neben eine führen und wilde Feten am Abend feiern. Für das nächste Jahr wurde Person in aufwendiger Kostümierung und posiert, schon entsteht eine bereits angekündigt, dass sich das Programm noch verbessern soll. Für Szene, eine Schar Fotografen bildet sich innerhalb weniger Sekunden Science Fiction Interessierte ein absolutes muss. - und löst sich erst, wenn die Szene aufgelöst wird. Ob die Kostüme zu- (SR) einander passen ist dabei irrelevant, Hauptsache das Foto ist im Kasten, darüber auslassen kann man sich dann Zuhause am PC Tisch. Auch wenn das ASM normalerweise keine Flirttipps vergibt (normalerwei- se auf Airsoftspielen eh nicht zu gebrauchen, da die dort vorhandenen Weibchen entweder kein Interesse zeigen oder sich in festen Händen befinden), beim Posieren mit Gästen lassen sich, nachdem das Eis so schnell gebrochen ist, sehr entspannte Gespräche aufbauen, die sich leicht bis Abends auf der Tanzfläche halten können. Softairspieler, die als Gearbitch gelten, sind zum Teil nervtötende Beglei- ter auf der Fedcon, ob ein Bild an der Wand, ein Spatz auf dem Dach oder nett verkleidete Con-Gäste – Nur auf wenigen Fotos ist der von seiner Aufmachung überzeugte Airsoftspieler nicht zu entdecken.


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