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Umstand entgegenzuwirken, werden derzeit Brennstoffzellen in den unter anderem die deutsche Bunkerfaust, die Panzerfaust 3 sowie Streitkräften eingeführt, die die Batterien ergänzen sollen. Dies bedeu- die RGW 60 und RWG 90-Familie von dem Hersteller Dynamit tet aber eine weitere Gewichtszunahme. Eine moderne und langlebige Nobel Defence. Brennstoffzelle wiegt heute ca. 1,5 kg. Einschränkungen Die heutigen schwere Handwaffen für den infanteristischen Ein- satz, zu denen auch die Rohrwaffensysteme zählen, unterscheiden sich insbesondere in der Funktion, den Leistungsmerkmalen der Muniti- on, Kampfreichweite und Handhabung sehr stark von einander. So müs- sen ältere Panzerabwehrhandwaffen von zwei Soldaten bedient werden. Hierzu sind ein Ladeschütze und ein Schütze notwendig. Während der Ladeschütze die Munition für diese Art Waffensystem mit- führen muss, transportiert der Schütze das über 8,5 kg schwere Rohr- system mit Zieloptik. Vereinzelte wiederladbare Waffensysteme verfügen über unterschiedliche Munitionstypen, die von panzerbrechenden bis hin zu strukturbrechenden Gefechtsköpfen reichen. Dies zwingt den Schüt- zen im Rahmen seiner Mission unterschiedliche Munitionen mitzuführen, um gegebenenfalls im Einsatz auf den geeigneten Munitionstyp zurückzu- greifen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Waffe nicht aus geschlossenen (Quelle: Dynamit Nobel Defence) Räumen heraus abgefeuert werden kann. Ebenso haben drahtgesteuerte Panzerabwehrlenkflugkörper einige Nachteile, die für Spezialkräfte bei Auswirkungen auf das Bewaffnungskonzept bestimmten militärischen Aufgabenstellungen ungünstig sind. Die Bedie- nung mit zwei Soldaten sowie die Tatsache, dass Hohlladungsgefechts- Die große Vielfalt der Ausrüstungsgegenstände, die bei Ausrüstungs- köpfe wegen ihrer Auslegung auf panzerbrechenden Wirkung nur sehr konzepten von Spezialeinheiten unter der Berücksichtigung des Ein- eingeschränkt gegen Baustrukturen wirken, lassen den taktischen Wert satzumfelds und des Kampfauftrags zum Tragen kommt, hat auch direk- dieser Art Waffensysteme in einem anderen Licht erscheinen. te Auswirkungen auf die Kampfkraft des einzelnen Soldaten und seine Durchsetzungsfähigkeit im Gefecht. Ebenso bleibt der Trend bei schwe- Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass die Kosten pro Schuss aus- ren Waffensystemen bestehen. Insbesondere Spezialkräfte müssen in serordentlich hoch sind. Noch teuerer ist der Abschuss einer modernen der Lage sein, auch Ziele in einer Entfernung von deutlich über 1.500 „fire-and-forget“, der mit über 100.000 Euro veranschlagt werden kann. Metern zu bekämpfen. Hierzu wurden schwere Scharfschützengewehre Auch diese Waffensysteme sind wegen ihres Hohlladungsgefechtskopfes mit einem Kaliber 12,7 mm (Kaliber .50) eingeführt oder, um größere und gegen ein urbanes Zielspektrum nur begrenzt einsatzfähig. Dies belegen geschützte Ziele zu bekämpfen, unterschiedliche Lenk- sowie schwere die Einsatzergebnisse zahlreicher Nutzerstaaten mit derartigen Syste- Rohrwaffen systeme, die von einem oder zwei Soldaten bedient werden men. können. Dazu gehören unter anderem Lenkflugkörper, dessen Abschussanlage und Lenkwaffen von zwei Soldaten getragen werden müssen, um zum Einsatz zu kommen. Mit Hilfe der drahtgesteuerten Panzerabwehrlen- kwaffen können Schützen- und Kampfpanzer, Bunker oder befestigte Stellungen in einer Entfernung von etwa 2.000 Metern bekämpft werden. Auch tragbare westliche „fire-and-forget“ Lenkwaffensysteme werden von zwei Soldaten bedient. Einer trägt die Abfeuerungseinrichtung und zusätzlich einen Lenkflugkörper und ein zweiter Soldat trägt noch zwei weitere Flugkörper. Beide Waffensystemvarianten ermöglichen es hochgradig spezialisierten Kommandotruppen oder Spezialkräften aus einer sicheren Distanz he- raus gegen Hochwertziele zu wirken, ohne sich einer vorzeitigen geg- nerischen Entdeckung aussetzen zu müssen. Diese taktischen Vorteile wurden schon in zahlreichen Einsätzen europäischer und internationaler Streitkräfte im Irak oder Afghanistan eindrucksvoll nachgewiesen. (Quelle: Dynamit Nobel Defence) Eine ganz andere Rolle spielt die schultergestützte Bewaffnung bei Kom- Forderung nach hoher Reichweite und skalierbarer Wirkung mando oder Spezialkräften. Im Einsatzspektrum dieser Einheiten liegt auch die Bekämpfung von gehärteten, gepanzerten oder verbunkerten Eine der wesentlichen militärischen Forderungen, die in der jüngsten Zielen unterschiedlichster Art, die erst aus einer bestimmten Entfernung Vergangenheit und aufgrund der gemachten Einsatzerfahrungen von angegriffen werden können, bevor diese zweifelsfrei zu identifi zieren so- Soldaten immer wieder gestellt wurden, waren die nach einem schulter- wie Kollateralschäden auszuschließen sind. In anderen Fällen können gestützten Handwaffensystem mit einer hohen Kampfreichweite und ei- auch sehr gut getarnte Stellungen des Gegners vielleicht erst im Verlaufe nem skalierbaren beziehungsweise auf verschiedene Ziele einstellbaren einer militärischen Operation oder Gefechts identifiziert, klassifiziert und Gefechtskopf. Diese militärische Forderung kommt nicht von ungefähr, zur Bekämpfung freigegeben werden. Um in diesem Falle gerüstet zu denn eine weitreichende Handwaffe mit einem programmierbaren und sein, greifen Spezialeinheiten seit Jahrzehnten auf rückstoßarme oder multifunktionalen Gefechtskopf ist wesentlich leichter als ein Lenkflugkör- –freie Rohrwaffensysteme zurück. Mit Hilfe moderner Waffensysteme per, ist von einem Soldaten zu bedienen und kann mit einem modernen dieser Klasse können militärische Ziele in Entfernungen bis zu 600 Me- Triebwerk ausgerüstet Kampfreichweiten von über 1.500 Metern oder ter bekämpft werden. Zu diesen rohrgestützten Waffensystemen gehören mehr erreichen.


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