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lagen verfügte. Der Einsatzalltag holte aber alle Soldaten schnell ein. Bei der Splitter- schutzweste wurden oft die Schultereinlagen entfernt und die Hülle an dieser Stelle zusammengerollt um Verladetätigkeiten und den Bewe- gungsfreiraum unter den örtlichen Temperaturen zu erleichtern. In gepan- zerten Konvoibegleitfahrzeugen wie z.B. dem Tpz Fuchs ließen manche Besatzungen je nach Bedrohungslage die Westen sogar gänzlich weg. Anhand der Vorkommnisse anderer Nationen in Somalia merkte man aber auch schnell, dass die vorhandene Ausrüstung bei weitem nicht ausreichte. So wurde eiligst die DPM Bristol in Auftrag gegeben. Diese ballistische Schutzweste war auf Höhe der Zeit und sollte den Soldaten ausreichend Schutz vor direkten Treffern bieten. Da die Bundeswehr damals über keinen robusten Flecktarn-Nylon-Stoff verfügte, wurden die Westen kurzerhand in DPM gefertigt. Aus dieser Materialnot heraus ergab sich ein recht interessantes Bild des deutschen Einsatzsoldaten - französische Uniformen in oliv mit DPM Westen. An- hand der hohen Temperaturen unter sämtlichen Westen sah man es auch mit der Uniform nicht so eng. Es war schnell üblich unter dem Körper- schutz nur das BW T-Shirt zu tragen und die Feldbluse einfach weg zu lassen. Die DPM Weste wurde übrigens überwiegend an die Sicherungs- soldaten ausgegeben. Auch beim Schuhwerk musste man umdenken. Der Vollederstiefel der Bundeswehr war für den Einsatz ungeeignet und hätte durch aufge- schwämmte Füße die Kampfkrafterhaltung gefährdet. So orientierte man sich mit dem ersten Tropenstiefel stark an den US Jungleboots. Auf den Kopf gab es den Gefechtshelm mit UN Überzug, ein UN Barett oder den neuen beigen Boonie. Natürlich verzichteten die Fallschirmjäger nicht auf ihr bordeaux-rotes Barett mit dem stür- zenden Adler, welches bei der ein oder anderen Gelegenheit ebenfalls getragen wurde. Was z.B. gänzlich wegfiel war ein blau- es UN-Halstuch, welche stellenweise bei der Vorausbildung zum Einsatz kam und nur in kleiner Stückzahl ausgegeben wurde. Der Ende der 80er Jahre eingeführte Lochkoppel war Standardaus- rüstung. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass sämtliche Taschen in oliv gehalten waren – ein Flecktarn-Nylon aus dem die Taschen hätten sein können gab es wie gesagt noch nicht. So ist auch klar, dass der damals neue Kampfrucksack ebenfalls nur in oliv verfügbar war. Zwischenzeitlich schwer zu bekommen ist der UN-Helmüberzug der Bundeswehr. Der Originale ist etwas dunkler als der auf den Bildern gezeigte und weist auf der Vorderseite noch neben den beiden seit- lich angebrachten UN Buchstaben, ein aufgedrucktes UNO Wappen auf. Problematisch ist dies jedoch nicht, da man das fehlende Wap- pen mit einer Staubschutzbrille kaschieren kann und die somalische Kopfbereich: BW Gefechtshelm mit UN Helmüberzug; Staubschutzbrille (schwarz); Sprechsatz BW Oberkörper: BW T-Shirt (oliv); BW Lochkoppel; 1x MP Magaz. Taschen (oliv); BW Feldfl.tasche (oliv); Bristol (GSG9); Lampentasche (oliv) Beinbereich: F2 Feldhose (Frz./ oliv); BW Tropenstiefel (1. Mod/ schwarz) Bewaffnung: MP2A1


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