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Verantwortung in der Weltpolitik. Reenactment Bedenkt man die damalig innerpolitisch schwierige Situation wird klar, dass die Bundeswehr nicht ausreichend auf diesen Einsatz vorbereitet sein konnte. Man begann gerade die neu strukturierte Truppe in Fleck- tarnuniformen einzukleiden, viel neues Material fand Einzug wie z.B. der Lochkoppel oder Aramidgefechtshelme usw. - all dies sollte aus der Bun- deswehr und den Überbleibseln der NVA eine Einheitsarmee generieren, deren Aufgabenspektrum daraus bestand... naja, aus was eigentlich? Die Bundeswehr verlor wie bereits beschrieben ihr altes Feindbild mit den Sowjets, jedoch ließ das Grundgesetz auch nur die Landesverteidigung zu. Als man schließlich in kürzester Zeit das Gesetz „anpasste“, hatte man eine noch völlig auf Verteidigung ausgelegte Armee, welche nun in einen Friedenseinsatz der UNO geschickt werden sollte, in eine Klimazo- ne für die man nicht ausgerüstet war. So wurde in aller Eile neues Material für das Kontingent beschafft, denn in Moleskin oder dem damals einzig vorhandenen dunklen Flecktarn musste man nicht einmal daran denken in Somalia aufzukreuzen. Das Uniformproblem löste man über die Franzosen, indem man deren oliv- grünen F2 Uniformen beschaffte. Diese waren auf das heiße Klima deutlich besser angepasst, jedoch unter dem Strich auch keine Optimallösung. Gerne verwendete man auch das Kurzarm-Feldhemd der Bundeswehr als Alternative zu der F2 Feldbluse. Bei dem Körperschutz konnte man bereits auf den Aramid-Ge- fechtshelm zurückgreifen, welcher kurz zuvor eingeführt wurde. Im Bereich der ballistischen Schutzwesten war jedoch nichts vor- handen. Lediglich die Splitterschutzweste, welche wie der Name schon sagt lediglich schwache Splitterfragmente abhalten soll, war vorhanden. Für direkten Beschuss ist diese völlig unnütz, im Gegen- teil – würde ein Geschossprojektil die Weste durch- dringen, würde es durch die dünne Kevlarschicht verformt, käme ins Trudeln und würde mehr Schaden verursachen als ohne eine solche Wes- te. Natürlich verschwieg man dies den Soldaten und anhand des Auftrags ging man vorerst nicht von direkten Gefechtssituationen aus. Besser hatten es hier schon „wertvollere“ Solda- ten, wie z.B. Stabsärzte etc.. Diese wurden mit der GSG9 Bristol ausgestattet, welche neben ei- ner guten Weichbalistik auch über Hartbalistikein- Kopfbereich: Bordeaux-Rotes Fallschirmjägerbarett Oberkörper: F2 Feldbluse (Frz./ oliv); Bristol Armour (DPM); UN Armbinde Beinbereich: F2 Feldhose (Frz./ oliv); BW Tropenstiefel (1. Mod/ schwarz) Bewaffnung: HK G3A4 (FschJg Variante)


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