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Etwas mehr als 10 Jahre begleitete bisher der Sprunggefechtshelm aus Aramid die luftbeweglichen Kräfte der Bundeswehr. Noch weit über die Jahrtausendwende hinweg stattete man Fallschirmjäger mit dem stäh- lernen Springerhelm aus, welcher im Sprungeinsatz statt dem seit 1992 eingeführten Standard-Aramidhelm diente. Der normale Gefechtshelm der Bundeswehr konnte nicht verwen- det werden, da man beim Öffnungsvorgang der Rundkappenfall- schirme anhand der Helmform schwere Kopf und Nackenver- letzungen befürchten musste. Grund hierfür war die kleine Sonnenblende und die breiten Ohrschutzauswölbungen am Helm. Das Problem war also, dass die DSO Teile (Division Spezielle Operationen) nun zwei Arten von Helm auf dem Spind liegen hatten. Für Einsätze ohne Luftlan- dung via Schirm den regulären Aramidhelm der Bun- deswehr und für Sprungeinsätze den völlig überalter- ten Bundeswehr Springerhelm aus Stahl. Mit der Jahrtausendwende kam auch hier eine Änderung, denn der Gefechts- helm 828 für springende Truppen- teile nahm langsam Einzug in die STAN-Liste der Soldaten. Der da- mals neue Helm hatte durch seinen Aufbau eine deutlich höhere Schutzwirkung, war bequemer zu tragen und war in fast allen Punk- ten auf Höhe der Zeit. „Fast“ aus dem Grund, denn man hatte bei der Entwicklung nur halbherzig den Einsatz von Headsets beachtet. Das Schweißband des In- nenhelms hob sich zwar im Ohrenbereich, jedoch war der Abstand zur Helmglocke derart gering, dass ein verwendetes Headset stark auf den Schädel drückte. Trug man dann über länge- re Zeit die beschriebene Kombination, waren Kopfschmerzen vorprogrammiert. Mit Beginn des Afghanistankrieges war vielen DSO Einheiten dieser Umstand bekannt, wes- halb man dezentral nach Abhilfe suchte. Diese Abhilfe fand man mit dem MICH Helm, welcher über eine noch höhere Schutzwirkung verfügte und bei der US Army nur aus einem Grund eingeführt wurde – der in den 80ern eingeführte PASGT Helm aus Kevlar taugte nichts. Auslöser für die Neuentwicklung war ein Beschuss- test auf dem Discovery Channel, wobei der PASGT erschre- ckend schlecht abschloss. Eliteeinheiten wie das Fallschirmjägerbataillon 313, welches da- mals erst kürzlich von Varel nach Seedorf umgezogen war, ge- hörten zu den ersten Bundeswehrverbänden, welche den Helm über die Hintertür einführten. Auch in der Graf Zeppelin Kaserne in Calw erkannte man den Zahn der Zeit und setze nahezu gänzlich auf den MICH. Durch den völlig neu gestalteten Innenhelmaufbau des MICH konnte man die klettbaren Gelpads so anordnen, dass ein Headset wie z.B. das Peltor ComTac, problemlos unter dem Helm getragen wer- den konnte. Zwar war die Helmform TC2000 ebenfalls nicht optimal, da das Headset immer noch auf der Helmglocke auflag, jedoch schafften die Amerikaner, welche vor glei- chen Problemen standen schnell abhilfe mit dem TC2001. Letztere Helmform hatte ausgeschnit-


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